Vor einigen Monaten wurde die Fußballmannschaft des 1. FC Köln von einer rätselhaften Verletzungsserie heimgesucht. 2 Muskelfaserrisse innerhalb von 2 Monaten plagten Verteidiger Lukas Sinkiewicz. Sein Kollege Markus Feulner, Mittelfeldspieler, hatte über Wochen Schwierigkeiten mit seiner Achillessehne. Und schließlich: Stürmer Michael Lejans Muskelfaserriss wollte und wollte nicht ausheilen. (Quelle: Stern "Gesundheit" No.3/2005)


Die Erklärung für die Verletzungsmisere lieferte nicht der Orthopäde, sondern der Zahnarzt. Alle drei Spieler litten unter Entzündungen an Zähnen oder Kiefer. Bakterien können sich von den Entzündungsherden aus über den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilen und ernsthafte Krankheiten verursachen.
Genug gute Gründe, um sich um die Gesundheit der Zähne zu kümmern. Und dennoch wird gerade dieser Bereich bei Vorsorgeuntersuchungen im Betrieb oft vergessen. "Eine ganzheitliche Betrachtung der Gesundheit darf die Zähne nicht ausschließen," so der Rasselsteiner Betriebsarzt Dr. Karsten Stolz Er plante die "Aktion Zahngesundheit".
Problematisch dabei: Manch einer lässt lieber seine Zähne im Mund verfaulen, als zum Zahnarzt zu gehen. Bei etwa jedem siebten Deutschen löst der Gedanke an den nächsten Zahnarztbesuch sogar Panik und Herzrasen aus.

Zahnarzt Dr. Zyfuß, der die Vorsorge bei uns durch-
geführt hat und seine Assistentin Frau van Eik
Was also tun, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bewegen, auch dieses Vorsorgeangebot anzunehmen? Alle anderen Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen des Projekts "Der gesunderhaltende Betrieb, zum Beispiel zum Thema Schlaganfall, Diabetes, Hauterkrankungen oder Darmkrebs waren bislang im Nu ausgebucht. Damit war bei der "Zahngesundheit" nicht zu rechnen.
"Hemmschwelle senken und Motivation schaffen", so lauteten die Zauberworte. Eine breit angelegte Informationskampagne im Intranet und auf den Infowänden im Produktionsbetrieb unter dem Motto "Nur gucken, nicht bohren. Versprochen!" mit Informationen zum Thema Zahngesundheit bereitete die Aktion vor. Der kostenlose Vorsorgetermin mit dem Zahnarzt fand mitten auf dem Werksgelände statt. Im Mittelpunkt standen Diagnose und Aufklärung, nicht die Behandlung. Die wurde nur empfohlen, nicht aber direkt durchgeführt. Wer sich getraut hatte, bekam zur Belohnung auch noch 10 Punkte für den Rasselsteiner Gesundheitspass und konnte damit seine Chancen auf ein Gesundheits-Treuegeschenk vergrößern.
Das Ergebnis: Die eintägige Vorsorgeaktion war komplett ausgebucht.