In mehrtägigen Schulungsmaßnahmen hatten Experten den Betriebsräten zunächst grundlegendes Gesundheitswissen vermittelt, zum Beispiel über betriebliche Belastungsfaktoren, Erkrankungen wie Haut- oder Wirbelsäulenerkrankungen oder Stress und Burnout. Die Betriebsräte sollten dabei nicht zu medizinischen Fachleuten ausgebildet werden, sondern lernen, sensibel für die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Krankheiten und gesundheitlichen Belastungen am Arbeitsplatz zu sein. "Es geht nicht darum, zu kontrollieren, sondern das Ohr an der Mannschaft' zu haben und herauszufinden, wo der Schuh drückt", erklärt Frank Berssem, Teamleiter Personalentwicklung, der das Konzept der Gesundheitsaudits bei Rasselstein entwickelt hat.
Eine ungewöhnliche Aufgabe für Betriebsräte? Robert Verbücheln, freigestellter Betriebsrat, ist von den Gesundheitsaudits überzeugt: "Wir stehen voll dahinter, weil es uns die Möglichkeit gibt, über ein offizielles Medium Einfluss auf gesundheitliche Belastungen unserer Kollegen zu nehmen. Wir tragen schließlich Mitverantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz."
Die Gesundheitsaudits führt der Betriebsrat gemeinsam mit einem Personalverantwortlichen durch, der den Prozess steuert und unterstützt. Das Auditverfahren umfasst dabei folgende Schritte:
"Die Dokumentation der Ergebnisse ist besonders wichtig", so Karl-Heinz Krämer, der zuständige Personalverantwortliche. So kann überprüft werden, wie sich die Gesundheitssituation entwickelt und ob die Maßnahmen Erfolge zeigen."
Inzwischen kommen die Gesundheitsaudits im Betrieb so gut an, dass mehrere Teams freiwillig auditiert werden möchten.